Ein Großbrand hat am Freitagnachmittag (31.07.2026) einen Gewerbekomplex in der Bunzlauer Straße in Siershahn schwer beschädigt. Das Feuer breitete sich innerhalb kürzester Zeit auf weite Teile des Gebäudes aus. Rund 170 Einsatzkräfte verhinderten mit einem massiven Löschangriff eine noch größere Katastrophe.

Gegen 16:20 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand nach Angaben von Wehrleiter Thomas Huberty der Eingangsbereich einer Bar im vorderen Gebäudeteil in Vollbrand. Ein zunächst eingeleiteter Innenangriff musste aufgrund der enormen Hitze umgehend abgebrochen werden.

Das Feuer fraß sich anschließend mit hoher Geschwindigkeit durch die Dachkonstruktion und griff auf weitere Gebäudeteile über. Betroffen war ein Gebäudekomplex, in dem sich unter anderem eine Bar, ein Supermarkt, ein Fitnessstudio sowie ein Gesundheitszentrum befinden. Im hinteren Bereich befinden sich zudem Wohneinheiten.

Mit einer groß angelegten Riegelstellung und dem Einsatz von drei Drehleitern gelang es der Feuerwehr, den Gebäudeteil mit Supermarkt und Fitnessstudio vor den Flammen zu schützen. Beide Bereiche blieben erhalten, wurden jedoch durch eindringendes Löschwasser beschädigt.

Zeitweise waren rund 170 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus den Verbandsgemeinden Wirges, Ransbach-Baumbach und Selters im Einsatz. Unterstützt wurden sie von den DRK-Ortsvereinen Siershahn und Wirges sowie dem Technischen Hilfswerk aus Montabaur. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab, während die Straßenmeisterei Umleitungen einrichtete.

Eine besondere Herausforderung stellte die Löschwasserversorgung dar. Aufgrund des enormen Wasserbedarfs richteten die Einsatzkräfte eine rund 800 Meter lange Wasserförderstrecke von einem See in Mogendorf zur Einsatzstelle ein. Gleichzeitig sorgten die Verbandsgemeindewerke Wirges durch Umschaltungen im Leitungsnetz für eine ausreichende Versorgung mit Löschwasser.

Auch die hochsommerlichen Temperaturen verlangten den Einsatzkräften einiges ab. Für die Atemschutzgeräteträger wurden Schattenbereiche eingerichtet, große Mengen Getränke bereitgestellt und gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz Maßnahmen zur Abkühlung und Versorgung der Feuerwehrleute organisiert.

Die Löscharbeiten dauerten bis in den Abend an und konnten gegen 21:00 Uhr beendet werden. Anschließend begannen die Aufräumarbeiten.

Nach ersten Schätzungen entstand durch den Brand und die Löscharbeiten ein Sachschaden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die während des Feuerwehreinsatzes gesperrte L313 ist inzwischen wieder für den Verkehr freigegeben.

(PM POL, red [LW])