Der Waldbrand im Bereich Hilgert ist gelöscht. Seit Montagnachmittag waren zahlreiche Einsatzkräfte im Waldgebiet oberhalb des Industriegebietes Hilgert in Richtung Ransbach-Baumbach im Einsatz. Die einzelnen Brandstellen verteilten sich über eine Fläche von rund 85.000 Quadratmetern.

Die Rettungsleitstelle Montabaur hatte am Montag, 10. August, gegen 14.20 Uhr über den Waldbrand informiert. Nach bisherigen Erkenntnissen war zuvor ein Baum in eine Stromleitung gestürzt. Im Bereich der beschädigten Leitung entstanden mehrere Brandherde. Es handelte sich damit nicht um einen zusammenhängenden Großbrand, sondern um zahlreiche einzelne Brandstellen innerhalb des Waldgebietes. Ob der umgestürzte Baum beziehungsweise die beschädigte Stromleitung tatsächlich für sämtliche Brandstellen verantwortlich war, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Im Laufe des Nachmittags wurde das Einsatzaufkommen deutlich ausgeweitet. Neben den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen waren unter anderem Kräfte aus der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, dem Landkreis Mayen-Koblenz, dem nördlichen Westerwaldkreis sowie der Waldbrandzug Koblenz und weitere überörtliche Einheiten im Einsatz. Die Einsatzleitung wurde im weiteren Verlauf vom Westerwaldkreis übernommen.

Eine besondere Herausforderung stellte die Wasserversorgung dar. Löschwasser wurde aus verschiedenen Bereichen zur Einsatzstelle transportiert. Zusätzlich diente das Naturschwimmbad Linderhohl in Höhr-Grenzhausen als Löschwasserreservoir. Größere Mengen Wasser wurden für die Brandbekämpfung aus dem Becken entnommen.

Gegen 19.30 Uhr wurde der Einsatz an die nächste Einsatzstufe übergeben. Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen übernahm unter Leitung von Wehrleiter Claus Hattenbach die weitere Kontrolle der Brandfläche. Nachdem die offenen Feuer gelöscht waren, lag der Schwerpunkt auf der Suche nach möglichen Glut- und Brandnestern. Die Einsatzkräfte kontrollierten die weitläufige Fläche auch über Nacht regelmäßig und löschten bei Bedarf einzelne Stellen nach.

Insgesamt waren 226 Feuerwehrleute, 40 Angehörige des DRK, 15 Polizeibeamte und zwei Kräfte des THW im Einsatz. Gerade die große Ausdehnung der betroffenen Fläche erforderte einen erheblichen Personalaufwand. Ziel war es, eine weitere Ausbreitung der einzelnen Brandstellen und ein Übergreifen auf größere Waldflächen zu verhindern.

Wehrleiter Claus Hattenbach zog ein positives erstes Fazit: „Gerade bei einem solchen Einsatz in einer großen und schwer überschaubaren Fläche braucht es sehr viel Personal, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Hier wurde wirklich jede einzelne Einsatzkraft gebraucht.“ Die in den vergangenen Jahren angeschafften Waldbrandcontainer und weiteren Waldbrandkomponenten hätten sich bei dem Einsatz bewährt. Auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren, Hilfsorganisationen und weiteren beteiligten Stellen habe sehr gut funktioniert.

Auch die Grundsicherung für mögliche weitere Einsätze blieb während des Waldbrandes sowohl in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen als auch in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach gewährleistet.

Durch die beschädigte Stromleitung war es zwischenzeitlich in mehreren umliegenden Ortschaften zu Stromausfällen gekommen. Diese konnten nach Angaben der Einsatzleitung größtenteils bereits am Montagnachmittag behoben werden.

Für die Dauer des Einsatzes musste die L307 zwischen der K117 und Baumbach in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Die Sperrung blieb zunächst bestehen, solange sich noch Einsatzkräfte an der Brandstelle befanden. Eine Aufhebung war im Laufe der Nacht vorgesehen.

Auch das Naturschwimmbad Linderhohl war durch die Löschwasserentnahme betroffen. Das Becken muss zunächst wieder vollständig aufgefüllt werden. Dies wird noch am heutigen Dienstag, 11. August, dauern. Ab Mittwoch, 12. August, soll das Naturschwimmbad wieder regulär für Besucher geöffnet sein.

„Mein großer Dank im Namen unserer gesamten Verbandsgemeinde gilt allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, den Einsatzkräften des DRK sowie allen weiteren Einsatz- und Unterstützungskräften, die seit Stunden mit großem Engagement vor Ort sind“, hatte Bürgermeister Marco Weißer bereits während des Einsatzes betont. „Ihr Einsatz und das hervorragende Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte verdienen unsere höchste Anerkennung.“

(PMen/Fotos: VG Höhr-Grenzhausen, red [LW])