Ein nächtlicher Wohnungsbrand hat in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in der Lindenstraße in Weißenthurm ausgelöst. Die erste Meldung über das Feuer ging gegen 0:00 Uhr bei der Integrierten Leitstelle ein.

Nach bisherigen Erkenntnissen brach der Brand in einer Erdgeschosswohnung eines Sechsfamilienhauses aus. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. Das Treppenhaus war vollständig verraucht und für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr passierbar. Die betroffene Wohnung stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Vollbrand.

Unter Atemschutz leiteten die Einsatzkräfte umgehend die Menschenrettung ein. Im ersten Obergeschoss wurde eine bewusstlose Person hinter einer Wohnungstür aufgefunden. Eine weitere Person entdeckten die Feuerwehrkräfte im Dachgeschoss unmittelbar vor ihrer Wohnung. Beide mussten noch an der Einsatzstelle reanimiert werden und wurden anschließend in Krankenhäuser gebracht. Eine der schwer verletzten Personen wurde aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen noch in der Nacht in eine Spezialklinik nach Nordrhein-Westfalen verlegt.

Insgesamt befanden sich neun Personen in dem Mehrfamilienhaus. Drei Bewohner wurden mithilfe der Drehleiter gerettet, eine weitere Person über eine Steckleiter. Sechs Menschen konnten das Gebäude selbstständig verlassen. Nach Angaben der Polizei wurden ein Mann und eine Frau aus den oberen Stockwerken schwer verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Eine weitere Person erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung.

Parallel zur Menschenrettung bekämpften weitere Feuerwehrkräfte den Brand und verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde das Haus belüftet und auf weitere Brandherde kontrolliert.

Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Fünf Bewohner kamen noch in der Nacht bei Freunden oder Bekannten unter. Für eine weitere betroffene Person wurde eine Unterkunft organisiert. Die Polizei versiegelte das Gebäude nach Abschluss der Maßnahmen.

Die Kriminaldirektion Koblenz hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen derzeit nicht vor. Zur Ermittlung der genauen Schadenshöhe soll in den kommenden Tagen ein Gutachter hinzugezogen werden. Nach ersten Schätzungen der Feuerwehr dürfte sich der Sachschaden auf mindestens 500.000 Euro belaufen.

Der Einsatz stellte die Rettungskräfte vor eine besonders anspruchsvolle Lage. Wehrleiter Arnd Lenarz hob insbesondere das schnelle und koordinierte Vorgehen aller Beteiligten hervor, durch das mehrere Menschen aus dem stark verrauchten Gebäude gerettet werden konnten. Auch Bürgermeister Thomas Przybylla dankte den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen und sprach den Verletzten sowie deren Angehörigen seine Anteilnahme aus.

(PM POL, VG Weißenthurm, red [LW])