Nach dem ausgelassenen Konzertabend mit Kasalla (wir berichteten) stand der Samstag ganz im Zeichen der Geschichte, der Kameradschaft und der Menschen, die die Freiwillige Feuerwehr Goddert seit mittlerweile 125 Jahren prägen. Zahlreiche Gäste aus Feuerwehr, Politik, Kirche, Vereinen und der Bevölkerung waren ins Festzelt am Feuerwehrhaus gekommen, um gemeinsam das Jubiläum der Wehr zu würdigen.
Bereits beim Betreten des Festzeltes war zu spüren, dass dieser Abend einen besonderen Charakter hatte. Wo am Vorabend noch ausgelassen gefeiert wurde, standen nun Dankbarkeit, Anerkennung und der Blick auf die Geschichte der Feuerwehr im Mittelpunkt. Musikalisch begleitet vom Musikverein Nauort und dem Spielmannszug Großmaischeid entwickelte sich ein würdiger Festabend, der die Bedeutung der Feuerwehr für die Gemeinde eindrucksvoll unterstrich.



Wehrführer Frank Feldhäuser blickte in seiner Ansprache auf die Geschichte der Wehr zurück und erinnerte daran, dass die Freiwillige Feuerwehr Goddert im Jahr 1901 von 23 Männern gegründet wurde. Seitdem habe sich vieles verändert, eines sei jedoch gleich geblieben: die Bereitschaft von Menschen, Verantwortung für andere zu übernehmen.
„125 Jahre freiwillige Feuerwehr bedeuten 125 Jahre Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger. Es bedeutet aber auch 125 Jahre Verzicht. Verzicht auf Freizeit, Verzicht auf Schlaf und manchmal auch auf Familienzeit“, sagte Feldhäuser.
Dabei richtete er seinen Dank ausdrücklich an alle, die das Jubiläumswochenende möglich gemacht hatten – von den aktiven Einsatzkräften über die Familien bis hin zu den zahlreichen Helferinnen und Helfern im Hintergrund. Mit einem Blick auf den Vorabend sorgte er zudem für zustimmendes Nicken im Festzelt: „Denn wer gestern hier gewesen ist, kann es bestätigen. So etwas hat es in Goddert noch nicht gegeben.“






Auch Bürgermeister Oliver Götsch würdigte die Arbeit der Wehr und hob die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. „125 Jahre Feuerwehr, das ist mehr als eine Zahl. 125 Jahre Schutz für die Bevölkerung, 125 Jahre Hilfe bei Bränden, Unfällen und Notlagen, 125 Jahre Kameradschaft, Ausbildung und Verlässlichkeit“, erklärte Götsch in seinem Grußwort.
Zugleich betonte er, dass eine Feuerwehr nur dann über Generationen hinweg bestehen könne, wenn Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und sich für ihre Mitmenschen einzusetzen. Gerade deshalb sei die Feuerwehr Goddert ein Paradebeispiel für gelebtes Ehrenamt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Für einen besonderen und zugleich humorvollen Moment sorgte die Delegation der befreundeten Feuerwehr Gerolfing aus Bayern. Die Kameradinnen und Kameraden hatten die rund 500 Kilometer lange Reise auf sich genommen, um das Jubiläum mitzufeiern. In ihrem Grußwort gratulierten sie der Feuerwehr Goddert herzlich zum 125-jährigen Bestehen und berichteten augenzwinkernd von ihrer Reise „ins Land der kleinen Biergläser“. Die Bemerkung sorgte im Festzelt für zahlreiche Lacher und zeigte zugleich die freundschaftliche Verbundenheit zwischen beiden Wehren. Verbunden mit den Glückwünschen überreichten die Gäste aus Bayern zudem ein Gastgeschenk und sprachen eine Einladung zu ihrem eigenen Jubiläum im Jahr 2028 aus.
Neben den Grußworten bildeten zahlreiche Ehrungen einen weiteren Schwerpunkt des Abends. Mehrere Feuerwehrangehörige wurden für langjährige aktive Dienstzeiten ausgezeichnet. Darüber hinaus ehrte der Förderverein Mitglieder, die die Feuerwehr über Jahrzehnte hinweg unterstützt und begleitet haben. Die Auszeichnungen machten deutlich, wie viele Menschen sich oft über viele Jahre hinweg für die Belange der Feuerwehr einsetzen – sei es im aktiven Dienst oder als Unterstützer im Hintergrund.






Auch die Vertreter der Kirchen fanden bewegende Worte. Dabei wurde insbesondere die enge Verbindung zwischen Feuerwehrdienst und Nächstenliebe hervorgehoben. Der Einsatz für andere Menschen in schwierigen Situationen sei seit jeher ein Kernbestandteil des Feuerwehrwesens und verdiene großen Respekt.
Als die Dämmerung über Goddert hereinbrach, näherte sich der Abend seinem emotionalen Höhepunkt. Der Große Zapfenstreich verlieh dem Jubiläum einen würdigen und feierlichen Rahmen. In der beeindruckenden Kulisse aus Uniformen, Musik und Fackelschein wurde deutlich, wie tief die Feuerwehr im Ortsleben verwurzelt ist und welche Bedeutung sie für die Menschen vor Ort besitzt.






Viele Besucher verfolgten die Zeremonie sichtlich bewegt. Immer wieder waren Gespräche über gemeinsame Erlebnisse, vergangene Einsätze und frühere Generationen von Feuerwehrkameraden zu hören. So wurde der Abend nicht nur zu einem Rückblick auf 125 Jahre Feuerwehrgeschichte, sondern auch zu einem Zeichen dafür, wie lebendig diese Gemeinschaft bis heute ist.
Als die letzten Klänge des Zapfenstreichs verklungen waren, spendeten die Besucher langanhaltenden Applaus. Damit endete ein Festkommers, der eindrucksvoll zeigte, dass die Freiwillige Feuerwehr Goddert weit mehr ist als eine Organisation für den Brandschutz. Sie ist ein fester Bestandteil des Dorflebens, eine starke Gemeinschaft und seit 125 Jahren ein verlässlicher Partner für die Menschen in Goddert und darüber hinaus.
(LW)